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Kanarische Küche

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Die Geschichte der traditionellen kanarischen Küche ist ein gibt uns einen Einblick in die Besiedlungsgeschichte der Inseln. Gleichzeitig spiegelt es auch die Lebensweise der Canarios gestern wie heute wieder.
Die Kanarische Küche wurde von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Den größten Einfluss hatte dabei die spanische Küche; aber auch die Ernährungsgewohnheiten der Urbevölkerung haben auch heute noch einen sicheren Platz im der Alltagsküche der kanarischen Inseln.
Nach der Eroberung der Inseln durch die Spanier entwickelten sich die Inseln zu einem Knotenpunkt zwischen der alten und der neuen Welt, sowie Afrika. Diese Lage brachte weitere kulinarische Einflüsse aus Südamerika und teilweise auch Afrika mit auf die Inseln.

Es gilt heute als gesichert, dass die kanarische Urbevölkerung von den Berberstämmen Nordafrikas abstammte. Diese waren, obwohl sie über das Meer, eher Bauern und Hirten.
Auch die Insellage hat, zumindest gibt es hierfür keinerlei Anhaltspunkte, keine Seefahrer und Fischer aus ihnen gemacht, weshalb Fisch und Meeresfrüchte nicht zu ihren wichtigsten Nahrungsmitteln gehörten. Auch wenn es Spuren von Besiedlung in den Küstengebieten gibt, so ist doch sicher, dass der Gutteil der altkanarischen Bevölkerung im Landesinneren lebte, wo es Trinkwasser und Futter für das Vieh gab.

Die Altkanarier bauten in erster Linie Gerste an. Die Gerste wurde, oft auch zusammen mit anderen Getreidesorten; geröstet und gemahlen. Das Mehl hieraus, das Gofio, war das wichtigste Grundnahrungsmittel und auch noch heute wird dieses jahrtausende alte Nahrungsmittel täglich verzehrt und ist Zutat einiger kanarischer Gerichte. Die Altkanarier führten das Gofio meist in einem Lederbeutel mit sich. Bei Bedarf wurde das Mehl dann mit Wasser oder Ziegenmilch zu einem sättigenden und nahrhaften Brei verrührt. Heute ist das Gofio Bestandteil von Suppen, Eintöpfen und Süßspeisen. Ansonsten bestand die Ernährung im Wesentlichen aus angebauten und wild wachsendem Obst und Gemüse, dem Fleisch der Schafe und Ziegen, seltener aus Fisch und Meeresfrüchten.

Nach der Eroberung durch die Spanier gelangen die Einflüsse der iberischen Küche, welche ihrerseits durch die Jahrhunderte lange maurische Besatzung geprägt wurde, auf die Inseln. Die Überreste der maurischen Küche finden sich heute in der häufigen Verwendung von Kichererbsen (Garbanzos) und Kreuzkümmel(Cumino), einer essentiellen Zutat für die aus der kanarischen Küche nicht wegzudenkenden Mojos, wieder. Mit dem Eintreffen Spanier gewann auch die Verwendung von Fisch und Meeresfrüchten stark an Bedeutung.

Durch die Rolle als Drehscheibe des transatlantischen Verkehrs, sowie durch Emigrationsbewegungen, kamen auch vielerlei Produkte aus Süd- und Mittelamerika auf die Inseln und wurden Teil der Ernährungskultur. Heute werden auf den kanarischen Inseln eine ganze Reihe tropischer Obst- und Gemüsesorten angebaut. So sind als Sättigungsbeilagen neben den normalen Kartoffeln auch diverse Süßkartoffelsorten, Yamswurzeln und sogar Maniok(hier Yuca genannt) beliebt. Unabhängig allen Einfluss war die kanarische Küche immer von der einfachen, teils entbehrungsreichen und genügsamen Lebensweise der Canarios geprägt. So ist sie einfach, sättigend und von einer anspruchslosen Natürlichkeit, aber immer dem Gedanken verbunden einfache Zutaten zu einem wohlschmeckenden Gericht zu vereinen.
Leider ist es auch hier auf den Inseln, zumindest in der Nähe touristischer Orte oder anderer Ausflugsgebiete oft schwierig gute und authentische kanarische Küche zu genießen. Oftmals ist das Angebot eher festlandspanisch oder international ausgerichtet.


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