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Weinanbau auf den Kanaren

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Bereits im 15.Jahrhundert gelangte die Malvasiertraube, wahrscheinlich von Kreta aus, auf die Kanarischen Inseln. Schon innerhalb einiger Jahrzehnte gewann der Weinanbau enorm an wirtschaftlicher Bedeutung. Hauptabnehmer war damals England, wo der vollmundige Wein sehr geschätzt wurde.

Mitte des siebzehnten Jahrhunderts allerdings brach der Export stark ein, da die Engländer nun vermehrt Wein aus Portugal und Madeira kauften. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts dann, vernichteten verschiedene eingeschleppte Pflanzenkrankheiten wie Mehltau und Fäule fast den gesamten Bestand an Rebstöcken und brachten somit das Ende des kanarischen Weinanbaus mit sich. Erst Jahre später begann sich der Weinanbau wieder zaghaft zu etablieren. Heute werden 14 rote und 19 weiße Rebsorten auf den Kanaren angebaut.

Das Aroma des kanarischen Weines wird durch das ganzjährig milde Klima und den Vulkanboden auf dem er angebaut geprägt. Heute ist die Weinproduktion, auch dank des Tourismus, nicht mehr so sehr auf den Export ausgelegt, so dass man die Kanarenweine außerhalb de Archipels nur schwer zu bekommen kann. Dies liegt zum anderen aber auch an der großen Menge der angebotenen spanischen Festlandweine.

Eine ganz spezielle Anbauweise wird auf der Insel Lanzarote, welche mit 14.000 Hektolitern auch der größte Weinproduzent der Kanaren ist, gepflegt und macht den dortigen Wein zu einer geschätzten Besonderheit. Der Enarenado, der Trockenfeldanbau, wurde nach den großen Vulkanausbrüchen 1730-1736 aus der Not heraus entwickelt, da seitdem eine dicke Vulkanascheschicht den fruchtbaren Mutterboden meterdick bedeckt. Zum anderen löst diese Methode gleichzeitig auch das Problem des fast gänzlich fehlenden Niederschlages. Das Prinzip ist so einfach wie genial. In die Ascheschicht werden trichterförmige Gruben gegraben, in deren tiefsten Punkt die Weinrebe gepflanzt wird, deren Wurzeln dann innerhalb kurzer Zeit bis zum fruchtbaren Erdboden durchwachsen. Um den Trichter wird in nordöstlicher Richtung eine kleine, bogenförmige Mauer aus Vulkangestein gebaut. Die Vulkanasche wirkt nun als Feuchtigkeitsspeicher, ähnlich wie Hydrokultur, welcher Niederschläge oder Kondenswasser speichert und an die Pflanzen abgibt. Dieses recht aufwändige Anbauverfahren resultiert in einem sehr guten Wein, dessen Echtheit man an dem von César Manrique entworfenen Emblem erkennt.

Mit rund 5000 Hektolitern, ist Teneriffa der zweitgrößte Weinproduzent der Kanaren. Der mehrfach prämierte Vina Norte de Acentejo gilt als einer der besten spanischen Weißweine.

Auf Gran Canaria wurde zu Ehren der Wiederentdeckten Weinkultur, vor einiger Zeit in Santa Brigida eine 200 Jahre alte Finca restauriert und zum Weinmuseum umfunktioniert. Hier kann man sämtliche Weine der Insel verkosten. Trotzdem muss erwähnt werden, dass der Weinanbau im Vergleich zu den anderen Inseln hier noch ein Schattendasein fristet und die wirklich guten Tropfen nur schwierig zu bekommen sind.

Eine Besonderheit der Insel La Palma ist der Vino de Tea, ein Likörwein mit bis zu 22% Alkohol, welcher in Fässern aus dem Kernholz (Tea) kanarischer Kiefern, gekeltert wird. Leider ist er aufgrund der geringen Produktionsmenge nur äußerst schwer zu bekommen.



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