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Cochenillezucht

Kakteenfeld in Guatiza- Lanzarote

Cochenille-Läuse Lanzarote

Feigenkaktus - Lanzarote

Im 19. Jahrhundert kam eine ganz besondere Pflanze von Mexiko nach Lanzarote: der Feigenkaktus. Klingt zunächst nicht sonderlich spektakulär, doch der Feigenkaktus dient der Cochenillezucht und das macht ihn so besonders.

Der Feigenkaktus wächst auf Lanzarote rund um Guatiza und Mala. Die riesigen Opuntien-Felder sind weithin sichtbar. Wer sich den Kakteen nähert, wird sie schon bald sehen: Schildläuse. Im heimischen Garten würde manch einer zur chemischen Keule greifen, doch hier sind die weißgrauen Schildläuse, auch Cochenille genannt, willkommene Tierchen. Aus ihren Larven wird der rote Naturfarbstoff Karmin gewonnen, der in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie, Verwendung findet.

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Reich dank Schildlaus-Larven


Die "Ernte" ist denkbar einfach: Die ca. 4 mm großen Larven abschaben, waschen und in heißem Wasser abtöten. Anschließend werden sie getrocknet und pulverisiert. Wegen ihrer geringen Größe sind entsprechende Mengen notwendig - daher die großen Kakteenfelder, die allerdings längst nicht mehr so riesig sind wie früher. Damals ließ sich mit Karmin viel Geld verdienen, sodass selbst die Kinder bei der Ernte mithalfen statt in die Schule zu gehen.

Kaktusfeigen sind anspruchslos und wachsen nahezu überall. Sie werden fünfmal im Jahr von den Schildläusen befreit. 150.000 Läuser ergeben 1 kg Farbe. Früher diente das Karminrot dem färben von Kleidung. Heute erledigen das die Chemie, wenngleich das Cochenille-Pulver im Gegensatz dazu ungiftig ist. Es kann übrigens auch mit Zitronensäure oder Kaliumpermanganat versetzt werden, um andere Farben als Rot herzustellen.


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